Hingesehen: Illuminati

USA 2009 Regie: Ron Howard Darsteller: Tom Hanks, Ayelet Zurer, Ewan McGregor, Stellan Skarsgård, Pierfrancesco Favino, Nikolaj Lie Kaas, Armin Müller-Stahl

Story
Bevor ich an dieser Stelle auf den eigentlichen Film zu sprechen komme, zunächst ein paar Gedanken zur literarischen Vorlage. Es ist ehrlich gesagt schon einige Zeit her, dass ich "Angels & Demons" (wie das Werk im Orginal heißt) gelesen habe, einen wirklich bleibenden Eindruck hat es allerdings nicht hinterlassen. Was ich noch weiß ist, dass es einer dieser "Seitenwender" ist, ganz nett geschrieben und spannend aufgebaut, der Nährwert hält sich aber in Grenzen. Schlussendlich kocht Dan Brown hier genau wie beim "Da Vinci Code" auch nur mit Wasser und es gibt eine ausgewogene Mischung zwischen ein wenig Mystery und einer spannenden Schnitzeljagd, bei der es um Leben und Tod geht.

Wenn sich solch ein Buch zu etwas eignet, dann ist es eine temporeiche Verfilmung und die ist eigentlich ganz gut gelungen. Kurz zur Handlung: Der Papst ist tot, die allgemeine Trauer ist riesig. Unter den Augen der gesamten Welt treffen sich die obersten Kirchenboys im Vatikan, um darüber abzustimmen, wen Gott als nächstes zum Statthalter auf der Erde ernannt hat. Da schlägt ein alter Feind zu: Die Illumanti, alte Wissenschafts-Fundamentalisten, sind zurück und beginnen damit, hohe Kirchentiere um die Ecke zu bringen und drohen zudem noch mit einer Superbombe aus dem CERN-Institut (Wer hat's erfunden?) mal eben die ganze Chose hochzujagen. Die Polizei macht das einzig vernünftige in dieser Situation: Sie holen einen Kryptologen in Form von Prof. Robert Langdon ins Boot.

Was war gut?
Was folgt in dem Film ist eine Hetze durch Rom, die ordentlich Tempo und Spannung entwickelt. Die Bedrohung durch die Bombe ist allgegenwärtig und mit ihren Mottomorden (diesmal stehen die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde Pate) sorgen die vermeintlichen Illuminaten für einige cool inszenierte Todes- und Actionszenen. Zum Glück hat Bücherwurm Langdon immer genügend Kanonenfutter dabei, die fröhlich die Rübe in die Schusslinie halten. Musik, Kamera und Schnitt wussten zu jeder Zeit zu überzeugen. Auch das Geheimnis, wer denn jetzt eigentlich der Drahtzieher des ganzen ist, sieht der unbedarfte Zuschauer bestimmt nicht allzuschnell kommen.
Ach ja: Highlight (zumindestens im Originalton) ist eindeutig das drollige Schwitzerdütsch der Gardisten.

Was war schlecht?
Literaturverfilmungen müssen natürlich das vorhandene Material immer etwas ausdünnen, leider wurden damit die Logiklöcher, die Dan Brown im Buch gut kaschiert hat, hier zu wahren Kratern. Der Masterplan des Bösewichts ist doch eeeeeetwas weit hergeholt und verlässt sich auf ziemlich viele Eventualitäten. Zudem ist Langdon als Hauptperson etwas blass, gut, er findet immer den notwendigen Hinweis um zum nächsten Ort zu hecheln (wobei man sich doch fragt, warum da vorher noch nie jemand draufgekommen ist, so offensichtlich wie diese manchmal sind), sonst ist seine einzige Qualität, dass er ein Schweineglück hat und immer überlebt. Hätten sie nicht irgendwann eine Kugel abbekommen, hätten (und haben) sicher auch andere Protagonisten das Geheimnis gelöst. Schade auch, dass Tom Hanks erneut ungefähr 3,5 Prozent seiner Schauspielkunst zeigt. Noch enttäuschender ist Ewan McGregor, der als geistlicher einfach unglaubwürdig bleibt. Der Rest des Cast erledigt seinen Job recht gut.
Technisch zu sehen gibt es wie gesagt fast nichts zu bemängeln. Einzig und allein die viele Computereffekte wirken absolut unglaubwürdig. Schon klar, das man solch einen Film nicht im St. Petersdom drehen darf, sah halt trotzdem scheiße aus. Und dieses Antimaterie-Gedöns aus dem CERN muss wohl eine Art temporale Anomalie ausgelöst haben, der Spezialeffekt sah zumindest aus wie aus den 90ern.

Ergo?
Hirn aus und unterhalten lassen!

"Illuminati" (Angels & Demons) sowie sämtliche damit verbundenen Namen, Charaktere, Bilder, Logos etc. stehen unter Copyright von "Columbia Pictures" und "Sony Pictures Entertainment"

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Als Digital Native (will sagen: hat seit frühester Kindheit tagtäglich mit Medien zu tun) bewegt sich der Tsuji heutzutage in dem Spannungsfeld aus Anspruch und akuter Verdummungsgefahr. Hier tut er seiner Meinung, über die neuesten Entwicklungen in den Leitmedien kund und versucht schrottig von töfte zu trennen.
Zum Profil