(Nicht)Hingesehen: Popstars 2009

Unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit (und Gott sei Dank auch mir) fand letzten Donnerstag das Finale der aktuellen Popstars-Staffel statt. Nachdem ProSieben sein eigenes Publikum verarscht hatte stand jetzt also auch auch ein Gewinnerpärchen fest. Aus purem Desinteresse habe ich mal nachrecherchiert. Ich muss in diesem Zuge zugeben (klingt und schreibt sich witzig), dass ich nicht gecheckt habe, dass es sich bei "Some & Any" nicht um die Namen der beiden Witzfiguren handelt. Die belaufen sich wohl auf Vanessa und Leo.

Ich lass das, was dabei herausgekommen ist, zunächst für sich selbst sprechen:



Wir bewegen uns also im Genre des Electro-Pop-Rock-Schlagers, eventuell könnte also ne höhere Chartposition drin sein (bezweifel ich zwar irgendwie, hab aber ehrlich gesagt auch seit Jahren keine Ahnung, was sich da abspielt). Rein musikalisch tut das natürlich keinem weh, der Gesang löst dann allerdings trotzdem leichte Schmerzen in den Ohren aus. Der Typ fällt weniger ins Gewicht, aber trotz allen High-Tech-Spielzeug lässt es sich nicht kaschieren, dass sie einfach nicht singen kann. Teilweise kommt dazu noch eine drollige englische Aussprache, bei der man sich fragt, ob sie eigentlich weiß was ihr Gesinge bedeutet (und wo wir gerade dabei sind, was ist denn der tiefere Sinn des Textes?). Eventuell liegt diese Unfähigkeit der gelungenen Intonation aber auch an den Schmerzen, die sie offensichtlich hat. Oder wie lässt sich das Gezucke im Clip sonst erklären?

Zugehört: Heavy Metal Mania (285-281)

285: Massacre - From Beyond

Das Bandlogo sieht aus wie der viertklassige Tag eines 12jährigen Möchtegern-Gangsters an einer S-Bahn-Tür. Auf dem Cover fliegen einige Dämonen, die wie verworfene Entwürfe für Star Trek-Aliens aussehen, aus einem schwarzen Loch heraus (logisch...). Im Inlay sieht man einige nackte Frauen und Säuglinge in einer Art Teufels-Anus sitzen. Es ist also schon vorm Einlegen klar: Diese CD MUSS rocken. Und wirklich, "From Beyond" stellt so etwas wie die Quintessenz des amerikanischen Death Metals dar. Heftiges Schlagzeug, zenterschwere Gitarren und variantenreiche Texte um den Untergang der Welt, dazu immer das nötige Iota an Melodie, um nicht zu purem stumpfen Gepolter zu werden. Heftig, aber gut.

284: Nuclear Assault - Game Over
Diese CD hat eigentlich alles, um absolut im Mittelmaß zu verschwinden. Weder sind die Instrumentalisten besonders gut, der Sänger hat sogar ein relativ hohes Auf-die-Eier-geh-Niveau (seine eigenen hat er anscheinend an der Studiopforte abgegeben), noch sind die Songs besonders ausgefeilt. Und doch, dieser Vertreter der amerikanischen Thrash-Szene (nicht TRASH zum letzten Mal!) der 80er rockt so ziemlich das Dach von der Hütte. Woran das liegt? Ein Wort: Attitüde. Das Album ist einfach das musikalische Äqvivalent einer hochgezogenen Rotzfahne, das Gesamtkonzept stimmt einfach. Hirn aus, Nackenmuskel an!

283: The Rolling Stones - Exile on Main St.
Meins waren die Stones ja nie wirklich (wie die Beatles übrigens auch), wahrscheinlich bin ich dafür auch einfach zu jung. The Who sagten mir trotzdem immer mehr zu, weil sie einfach ne Spur härter zu Werke gingen. Trotzdem, natürlich finde ich auch Songs wie "Jumping Jack Flash" oder "Satisfaction" ziemlich cool, weswegen ich mit offenen Ohren auf dieses Album zuging, auf dem sich bemerkenswerter Weise kein einziger mir vorher bekannter Titel findet. Und ja, irgendwie kann ich es schon verstehen, wenn man die Gruftis mag. Energetischer Rock trifft auf klimperndes Boogie-Woogie-Piano und die Background-Chöre haben sich oft gewaschen (Gospel ist immer töfte), coole Songs werden hier lässig aus der Hüfte geschossen. Zu meinen Favoriten werden Mick und Co. trotzdem nie gehören.

282: Running Wild - Death Or Glory
Außer Drachen und Titten gibt es wahrscheinlich nichts was mehr metal (man beachte in diesem Fall die Nutzung als Adjektiv) ist als Piraten. Nur aufs Rauben und Brandschatzen aus, Totenköpfe, Säbel, Holzbeine, yup, ziemlich hardcore also. Seltsam also. dass es nicht mehr Piratenbands gibt, mir fällt jetzt spontan auch nur Running Wild ein. Vielleicht liegt es ja daran, dass die Hamburger (was sonst) Jungs um Rock'n'Rolf (kein Scherz) das Metier einfach schon so qualitativ hochwertig abgegrast haben, dass einfach keiner mehr nachkommen kann. Maidenartige Songstrukturen, superbe Instrumentalarbeit, schöne Mitsingsmelodien. Diese Shantys sind in der Tat ihre hart verdienten Dublonen wert.

281: Samael - Ceremony Of Opposites
Wer nach den jüngsten Ereignisse die Befürchtung hat, dass die Schweiz nur aus islamfeindlichen Leuten besteht, den kann ich beruhigen: Manche finden auch das Christentum doof. Namentlich die eidgenössischen Jungs von Samael, die vor allem in ihren früheren Werken wenig Gutes über Jesusverehrung zu sagen (respektive schreien) haben (das Cover des hier besprochenen Albums ist ein kleiner Indikator hierfür). Die Geschwindigkeit der Songs bewegt sich zwar eher im vierten Gang, doch tut das der brutalen Wirkung der Songs keinerlei Abbruch. Allein das Eröffnungsdoppel "Black Trip" und "Celebration Of The Fourth" macht keine Gefangenen. "Mask Of The Red Death" groovt ob des Midtempos sogar richtig. Von der Religionsverachtung kann man halten was man will, die Musik rockt jedenfalls.

Bonusvideo:

Hingesehen: We are family

Liebe Bürgerliche Mitte, liebes ProSieben,


zur Zeit habe ich etwas mehr Freizeit als früher bzw. kann mir meine Arbeitszeit etwas "freier" legen. Daher komme ich dann auch in den "Luxus" am frühen Nachmittag mal die Glotze einzuschalten. Und oh Junge, was ist da eigentlich los? Skrupellose Fernsehmacher zerren entweder unglaublich aufmerksamkeitsgeile oder einfach nur dumme Menschen vor die Kamera und lassen ihre disfunktionale Familie vor der Nation zum Affen machen.

Fassen wir (ich versuche es) kurz mal zusammen, welch Spektakel sich vor meinen entzündeten Augen abspielte: Eine Mutter (Sabine) und ihre Tochter (Vanessa), Marke Rubensfrauen, haben im Urlaub zwei ägyptische Loverboys kennengelernt, in die sie sich offensichtlich unglaublich verliebt haben. Und wie das nun mal so ist mit einheimischen Männern in Urlaubsorten, die sich mit deutlich älteren oder jüngeren ausländischen Frauen einlassen, die beiden Typen meinen das natürlich total ernst... NICHT! Da sich diese Tatsache offensichtlich nicht bis zu den beiden Wuchtbrummen herumgesprochen hat, wollen sie alles in Deutschland stehen und liegen lassen (im Falle der Mutter schließt dies auch einen Ehemann ein!) um nach Ägypten auszuwandern.

Hier wäre spätenstens der Punkt gekommen, wo ich an der Stelle des Filmteams folgendes gemacht hätte: Die Mädels geschnappt und links wie rechts eine gebatscht. Und das nur um festzustellen, ob im Oberstübchen überhaupt noch jemand zuhause ist. Aber nein, die netten Menschen von ProSieben ermutigten offensichtlich die beiden Prinzessinnen und hielten munter die Linse drauf. Bitte Gott, falls es dich nun doch geben sollte, lass das alles komplett gestellt sein! Na ja, weiter im Text.

Eine Hauptprotagonistin habe ich bis jetzt noch nicht erwähnt. Jenny, die "Vernünftigte", so scheint es im ersten Moment jedenfalls. Denn Jenny ist total genervt von den Plänen der Nächstverwandten, tröstet sich mit ihrem Freund. In jenen ist sie übrigens bis über alle Ohren verliebt ("große Liebe des Lebens, blablabla"), sind sie doch auch schon drei Wochen zusammen. Diese unbeschreibliche Romanze hat jedoch zunächst ein jehes Ende, als der Typ sich erdreistet in aller Öffentlichkeit einer anderen Frau auf den Arsch zu gucken. NEIN! SKANDAL! WIEKANNERNURDIESESCHAUVINISTISCHESARSCHLOCH! Das Adjektiv "vernünftig" lässt sich also auch nicht in jeder Hinsicht auf Jenny anwenden, in der Realität des Lebens ist sie wohl noch nicht angekommen. Immerhin checkt sie die Verarsche mit den Ägyptern, rettet sie aber auch nicht davor, mit in den Urlaub gezerrt zu werden.

Folgendes Highlight: Treudoofer Ehemann bringt seine Familie zum Flughafen und bekommt dann den Dampfhammer in die Fresse: "Ich habe jemanden in Ägypten kennengelernt." UND DIE KAMERA HÄLT DRAUF! Ach du scheiße, wie assi ist das denn?! Erst dachte ich daran mir mit einem schweren Gegenstand ins Gesicht zu schlagen, habe mich allerdings dazu entschieden, die Kraft dahingehend zu investieren, einem der Protagonisten eine zu schmieren, sollte ich ihnen doch einmal begegnen.

In Ägypten angekommen werden die Strandboys dann überrascht (war bestimmt nicht einfach mit den Kameras im Raum) und das unappettliche Reigen geht in die nächste Runde. Zum Glück hatte ich schon gegessen, als Vanessa und ihr Macker anfingen zu knutschen (Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber meiner Meinung nach befindet sich beim Küssen die Zunge entweder im einen oder anderen Mund, aber nicht zum Großteil AUSSEN!). Und dann die unfassbare Wendung: Die Boys haben erst einmal keinen Bock mehr auf ihre Tussis und schmeißen sie aus ihrem Laden. Welchen Grund das nur haben könnte?

Um's kurz zu machen: Der Typ von der Mutter verarscht sie natürlich, will nur ihre Kohle haben. Die Vanessa beschließt trotzdem ihren Macker zu fragen, ob sie nicht vielleicht heiraten könnten. Töfte Sache, kennen sich ja schon vier Wochen... Die "vernünftige" Jenny hat nichts besseres zu tun, als ihr bei der Auswahl der Ringe zu helfen. Natürlich sagt der Gute dann aber *trommelwirbel* "nein". Wer hätte es gedacht...?

Also Bürgerliche Mitte, was ich dir sagen möchte: Hört auf diese unglaubliche, jenseitsmäßige Scheiße zu gucken und hört vor allem auf bei diesem Mist mitzumachen! Liebes ProSieben, du bist menschlich echt ganz unten. Würden bei dir nicht Simpsons und Stromberg kommen, ich wüsste gar nicht, warum ich dich einschalten sollte.

Freundlich grüßt euch,
der Tsuji

Zugehört: Heavy Metal Mania (290-286)

290: Hanoi Rocks - Back To Mystery City

Nein, bitte beim Anblick dieses Albums nicht die aufregen. Wir haben es hier nicht mit noch einer halbschwulen Glam Metal-Band aus den 80ern zu tun, sondern mit DER halbschwulen Glam Metal-Band aus den 80ern. Hanoi Rocks waren die Wegbereiter, ohne die Mötley Crüe, Poison und Guns N' Roses nie möglich gewesen. Mit seiner Handposition möchte der Herr in der hellen Jacke bestimmt nur eins ausdrücken: "Unsere Musik hat Eier!". Auf lässigste Weise wird hier mit Granaten wie "Mental Beat" und "Until I Get You" Punk, Blues und klassischer Rock'n'Roll miteinander verbunden. Und wenn ich es mir genau ansehe, Mike Monroe sollte bei Bill von Tokio Hotel dringend Alimente für seinen Look verlangen!

289: Emperor - In The Nightside Eclipse
Gut, Dimmu Borgir konnte ich neulich etwas abgewinnen, offensichtlich bin ich wohl beim Black Metal echt eine Mainstream-Whore. Denn was jetzt das Tolle an dieser Scheibe ist, erschließt sich mir wirklich nicht. Das Gekreische ist diesmal wirklich nervig, so als ob sich Gollum einen runterholt. Die Songs sind wirr und wirken irgendwie ermüdend auf mich. Ich will ständig weiterskippen und es fällt mir schwer, die CD nicht einfach unter der Kategorie "Krach" abzuspeichern.

288: Naglfar - Vittra
Der Band- und Albumname sagen eigentlich alles. wir befinden uns immer noch in den Gefilden des Schwarzbleches. Auch hier wird in einer Geschrien was das Zeug hält (ich vermute mal auf Englisch, lässt sich aber nicht genau sagen) und mit Verve auf die Instrumente eingeschlagen. Und doch, irgendetwas scheint anders: Gefällig wippt mein Kopf mit, mein hochempfindliches Hörgerät vernimmt gar manche Melodei. Da sind Könner am Werk, denen auch eine vernünftige Komposition wichtig ist. Die vielen eingestreuten leisen Passagen geben den Songs sogar einen gewissen progressiven Touch. Okay Black Metal, du hast doch noch eine Chance bei mir bekommen.

287: Loudness - Disillusion
Lock'n'Loll! Für alle die denken, dass Japans Musikszene nur aus eierlosen J-Rock-Bands besteht, kann ich nur wärmstens empfehlen, ein Ohr für Loudness zu riskieren. Die Gruppe entstand in der Hochzeit des britischen Heavy Metals, Heroen wie Judas Priest oder Iron Maiden haben also einen deutlichen Eindruck hinterlassen. Und das bedeutet ja bei weitem nichts Schlechtes. Sänger Minoru Niihara qualizifizert sich mit seinem Vibrato als Sushi-Version von Bruce Dickinson und Gitarrenheld Akira Takasaki kann es alleine mit den Gitarrenduos der Tommys locker aufnehmen. Die Songs auf dem Band-Highlight "Disillusion" sind eigentlich allesamt Knaller, welche jeden Musikfan in der Schnittmenge zwischen Rock und Metal überzeugen dürften.

286: Girlschool - Hit And Run
Heute ist es ja durchaus nicht mehr ungewöhnlich, dass Frauen mit Gitarren abrocken (oder zumindest so tun), in den Achtzigern war das freilich noch etwas anders. Besonders Heavy Metal war eine ziemliche Männerdomäne. Damit die pickligen langhaarigen Bombenleger aber auch was zum Träumen hatten, gab es Bands wie Girlschool, die den Beweis anstellten, dass enge Lederhosen doch eher was für Görls als Boys sind. Als Beschreibung der Mucke reichen eigentlich die drei Worte "Motörhead mit Busen" (passenderweise absolviert Lemmy auch einen Gastauftritt), will sagen schnelle, dreckige Songs, mit einer fast punkigen Attitüde. Ganz süß...

Bonusvideo:


Hingesehen: Hornbach Werbung

Auch ich gehöre ja zu diesen Menschen, die über mangelnde Kreativität in der Werbebranche klagen. Rockstars und Werbeagenturen scheinen allerdings etwas gemeinsam zu haben: Sie verwechseln Kreativität mit massivem Drogenkonsum!

Oder wie sonst, lässt sich diese Werbung erklären?



Wahrscheinlich ist diese Werbung auch total geil und mir erschließt sich nur der tiefere Sinn nicht. Jaja, is schon klar. Man deutet an, was man mit dem Zeug im Baumarkt alles machen kann. Dadurch soll diese unglaublich langweilige Handelskette interessanter gemacht werden. Aber brauch man dazu wirklich ne lispelnde Stimme und nackte alte Männer? Ich sag: Nö!

Ich geh jetzt zum Obi, die machen wenigstens Roggeroll...

Hingesehen: Kiddy Contest

Apropos zu viel Zeit: Noch schlimmer, als am Samstagabend zu viel davon zu haben, ist dies am Sonntagnachmittag. Mein neuester Ratschlag: So zwischen 17 und 19 Uhr auf jeden Fall die Kiste auslassen. Sonst geht es euch so wie mir (bin gerade leicht verstört):


ProSieben: "The Legend Of The Seeker", anscheinend so ne Art "Xena" mit ein wenig mehr Budget, ohne diesen trashigen Charme. Unerträglicher Fantasy-Bullshit.

RTL: "Bauer sucht Frau", aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Vox: "Auto Mobil", solange ich nicht in Autos sitze sind sie laaaaaaaaaaaaangweilig...

Sat.1: "Die Wutprobe", Adam Sandler... muss nicht sein.

Das Erste: "Sportschau", Fußball fertig, wer interessiert sich schon für die anderen Sportarten?

Was soll ich sagen, ich begann auf andere Sender zu schalten. Lustigerweise ist bei uns Nick auf dem Senderplatz 1. Warum? Weil wir zu faul sind umzuprogrammieren. Egal. Nach einer äußerst bizarren Sitcom um einen Flaschengeist, öffneten sich die Tore zur Hölle, der "Kiddy Contest 2009" begann. Was das ist? Na ja, ne Castingshow eben. Der USP? Wie der Name schon sagt, die Kontestanten sind Kinder, es werden populäre aktuelle Songs mit neuen (kindgerechten) Texten, Vollplayback und einem grausigen Autotuning vorgetragen. Ach ja, eigentlich handelt es sich auch um eine österreichische Sendung, produziert vom ORF. Wie sowas dann bei Nick landet, ist mir schleierhaft, die letzten Jahre kam es aber wohl auf Super RTL.

Genug zum Konzept, warum habe ich jetzt zu Beginn geschrieben, ich sei leicht verstört? Ganz einfach, es gibt nichts gruseligeres als Kinder, die sich benehmen wie Erwachsene (siehe dieser Junge aus "Meine wundervollen Jahre" *schauder*). Wenn sie dann allerdings noch zu der Melodie von Lady GaGa (gerade Dauergast auf diesem Blog?) sich sexy ränkeln, muss ich doch beschämt den Blick abwenden. Vor allem während der Liebesballade zwischen Monrose-Mandy und einer gewissen Mira fühlte ich mich kurz dazu gedrängt, beim Jugendamt anzurufen.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass auch im Sachertortenland die Fernsehlandschaft nicht besser ist.

Hingesehen: Wetten dass ... ?

Samstagabend, irgendwann nach neun, man sitzt mit der/dem Liebsten auf der Couch, im Fernsehen wirklich nur Schrott. "Das Supertalent", *schauder*, irgendein amerikanischer Spielfilm *nichtschonwiederaufDVDehvielbesser*... Wo bleibt man also hängen? Rischdisch, im ZettDeEff beim guten alten Herrn Gottschalk. Jeder, auch ich, hatte natürlich die unglaubliche Innovation mitbekommen, dass in dieser Saison neben der Supernase auch noch Melonenauslage Michelle Hunziker als Moderatorin am Start sein würde. Zum Einschalten hat mich das bisher trotzdem nicht bewogen, offensichtlich also wirklich nichts Besseres zu tun gehabt dieses Wochenende...

Und was soll ich sagen, seit dem letzten Mal, dass ich eingeschaltet habe (gefühlte 5 Jahre her) hat sich wenig bis gar nichts getan, "Wetten dass ... ?" ist immernoch Unterhaltung der seichtesten Art, die niemanden weh tut. Gepflegte Langeweile stellte sich bei mir schon beim Blick auf die Gästeriege ein: unter anderem Sebastian Vettel (sprechende Sportler = öde), Harald Schmidt (hat seinen Zenit eindeutig überschritten) und Nazan Eckes (sieht zwar echt nett aus, versprüht aber den Charme eines abgebrochenen Tischbeins) trieben sich auf der Couch herum.

Später durften sich noch unser Hollywood-Amerikaistsotoll-Exportschlager Roland Emmerich und der bemitleidenswerte John Cusack (Welche Wette hat er verloren, die ihn dazu Zwang, im neuen Krawallstreifen "2012" mitzuspielen?) dazugesellen, woraufhin man wieder Zeuge des investigativen Fragenstils des Thomas Gottschalk werden durfte: "Nazan, möchtest du nicht auch einmal in einem Film mitspielen?". Ein kapitaler Adler wurde aber sicherlich mit der Einladung von Elisabeth von Thurn und Taxis (eine so coole Adelsfamilie, dass sie sogar ein eigenes Brettspiel hat) geschossen. Über ihre Botschaft möchte ich gar nicht diskutieren (katholische Kirche ist super, blablabla), aber ihre Art war einfach unerträglich. Wie hohl kann eigentlich jemand sein, dass neben ihm die (ebenfalls anwesende) Lady GaGa weise wirkt? Und was hat sie eigentlich geleistet, um eingeladen zu werden? Sie ist eine Blaublütige, die nur aufgrund ihrer Herkunft bei einer britischen Zeitung eingestellt worden ist und sich deshalb "Journalistin" schimpfen darf. Kürzlich hat sich auch ein Buch veröffentlicht, über ihren Glauben natürlich.

Das Niveau des Gesprächs lässt sich mit folgendem Zitat (im ungefähren Wortlaut) ganz gut zusammenfassen:

Thomas Gottschalk: "Nun ist es für eine reiche Adlige natürlich einfach, über Frömmigkeit zu sprechen, wenn man nie wirkliche Probleme hat. Bist du denn auch mal mit den schlimmen Dingen dieser Welt konfrontiert worden?"

Elisabeth von TnT: "Ja, schon. Seit einiger Zeit fahre ich einmal im Jahr mit einem Bus voller behinderter Kinder nach Lourdes. Das war schon so eine Art Wendepunkt in meinem Leben. Das ist schon krass, wenn man so etwas mitbekommt."

Autsch.

Witzig war auch das Gespräch mit Lady Gaga:

Lady GaGa: "My new album is influenced by gothic and industrial music."

Dolmetscherin: "Mein neues Album ist beeinflusst von gotischer und industrieller Musik."

Autsch.

So, habe ich irgendwas vergessen? Ach ja, Wetten gab es natürlich auch. Die waren sogar ganz nett, aber nahmen natürlich nur ca. 5 Prozent der Sendezeit an. Als da hatten wir: ein junger Mann erkennt junge Frauen an ihrem farbigen Arschabdruck (gegen Frauenhintern im Fernsehen sagt niemand etwas), eine lustige Chinesin (die sich brav beim kommunistischen chinesischen Staatsfernsehen bedankte, hm, steht im Rundfunkstaatsvertrag nicht irgendetwas davon, dass das ZDF die Demokratie unterstützen müsste?) trennte mit ihren Stäbchen Eier (Gottschalk-Brüller des Tages: "Das ist also ein Eipott.") und ein Baggerfahrer warf mit seinem Arbeitsgerät Basketbälle in den dazugehörigen Korb. Das war wirklich cool. Aber dauerte eben nur drei Minuten.

Ein Wort auch noch zum Hunziker und ihren Basketbällen: Frischen Wind konnte auch sie nicht in das angestaubte Konzept bringen. Sie soll zwar die Wetten moderieren, ist aber nicht viel mehr als dekorative Stichwortgeberin für Gottschalk. Außerdem hat sie eine nach wie vor ziemlich nervige Stimme.

Deswegen: "Wetten dass ... ?" bleibt weiterhin auf meiner Nur-im-Notfall-Einschalten-Liste.

Ist es fair eine Sendung zu kritisieren, wenn man nur die Hälfte gesehen hat? Sicherlich nicht. Bin ich fair? Nö.

Bild: (c) ZDF

Moralapostelei: Be A Terrorist - Die "Modern Warfare 2"-Kontroverse

Diese Woche ging ein Video mit original Gameplay des kommenden Actionkrachers um die Welt und erhitzte auch gleich überall die Gemüter. Was gab's zu sehen? Terroristen überfallen einen Flughafen und schießen dutzende Zivilisten über den Haufen. Problem: Der Spieler ist nicht in der Rolle des strahlenden amerikanischen Helden, der dem ganzen Radau ein Ende macht, sondern in der des bösen Buben. Um das klarzustellen: Man ist also in der klassischen Ego-Perspektive und richtet die Kalaschnikow auf Unschuldige. Der Albtraum eines jeden Jugendschützers (leider wurde das Video mittlerweile vom Publisher Activison aus dem Netz genommen, so dass ihr euch selber keinen Eindruck machen könnt).

Warum gibt es jetzt diese Szene? Das spielt steht für eine intensive Spielerfahrung, die eine Geschichte um Terroristenbekämpfung mit all ihren Höhen und Tiefen erzählen möchte. Einmal in die Rolle der Bösen zu schlüpfen ist dabei ein ziemlich effektiver Story Device. Man erfährt selbst, wie skrupellos diese handeln, natürlich wächst so der Drang sie zu stoppen. Diese Szene soll also schocken, das Spiel möchte also ganz klar die volle Bandbreite der Emotionen abdecken.

Auf mich persönlich wird die Chose wahrscheinlich so wirken, wie beispielsweise die TV-Serie "24". Ich will die Spannung erleben, bin aber wahrscheinlich auch nicht immer einverstanden mit dem Handeln meiner Protagonisten und noch viel weniger. Und obwohl ich selber der Handelnde bin, sind Spiele wie "Modern Warfare 2" für mich nicht viel mehr als ein bedingt interaktiver Film. An der Handlung an sich und moralischen Entscheidungen kann ich schließlich nichts ändern. Eventuell mag diese Szene also sogar erlebnisfördernd sein für mich.

Problem: Es gibt genügend Idioten, die Spiele nicht wegen der Erfahrungs insgesamt, einem Storyerlebnis oder sonstigem, sondern nur wegen dem reinen Abballern von Menschen spielen. Denen ist es wahrscheinlich auch schlichtweg egal, wer Ihnen vor die Flinte gerät. Solche einfachen Gemüter haben meiner Meinung nach nichts bei "Modern Warfare 2" zu suchen. Die Szene wird wohl überspringbar sein, aber keiner wird sich sagen "Mein Moralsystem nicht ausgeprägt genug, ich spiele das wohl lieber nicht."

Kann man anstatt des Kopierschutzes womöglich so etwas wie einen IQ-Schutz einrichten?

Hingesehen: Geschichten, die das Leben schreibt

Stellt euch vor: Ihr kocht euch gerade gemütlich nen paar Buletten, da steht auf einmal eine Frau ohne Vorwarnung in eurer Küche. Die Dame ist nicht allein, sondern hat auch noch einen gruseligen alten Mann mitgebracht. Wie wäre eure Reaktion? Ich würde jedenfalls unauffällig nach meinem Handy greifen (soweit ich nicht aus Notwehr zum Küchenmesser gegriffen hätte) und versuchen die Jungs in grün (bzw. blau) zu alamieren. Ein Umdenken würde bei mir erst einsetzen, wenn die beiden mir auf einmal etwas von Kochbüchern erzählten. Ich würde gleich in der Klapse anrufen.

Zum Glück bin ich nicht Kunde bei Weltbild. Da scheint diese aus dem Leben gegriffene Situation die Normalität sein. Das jedenfalls suggeriert mir die aktuelle Werbung, die dem Begriff "hölzern" eine mahagonieske Dimension abgewinnt.

Was wollen Unternehmen und Werbeagentur mir damit sagen? Das Weltbild-Vertreter Meister des Schlüsselknackens sind? Das Unsympath Alfons Schuhbeck so arm ist, dass er selber seine Schinken (und ich spreche von Büchern) verticken muss? Oder das weder Budget noch gute Ideen für Werbung da war, aber man sie trotzdem einfach mal gemacht hat. Schließlich gibt es 40 Prozent Rabatt.

Dagewesen: Progressive Nation 2009

Wie auf der Progressive Nation Tour letzten Montag wieder festgestellt, habe ich einen ausgezeichneten Musikgeschmack. Okay, der Einstieg mit Unexpect war etwas strange: Man stelle sich einige Gestalten mit lustigen Dreadlocks, ner Geige und ner growlenden Frau vor. Da hieß es nicht miteinander, sondern jeder gegen jeden! Die Musik blieb irgendwo in dieser kakophonischen Schlacht auf der Strecke. Zum Glück waren wir zu spät und nach einem Song war Schluss.

Die Amis von Bigelf machten da doch deutlich mehr Laune: Vier Kiffer, versteckt unter Unmassen von Haupt- und Kinnhaar, die lustigen Hippiemetal machen. Das groovte, das was sie mitbekamen, machte ihnen offensichtlich Spaß und die CD wird auf jeden Fall angecheckt.


Eine Band von der ich immer wieder gehört habe, dass sie extrem geil ist, sind die Schweden von Opeth. Der Anfang war recht verhalten, eine ganz nette Ballade leitete den Liederreigen ein, ich dachte: "Hm, nett, aber bissi langweilig." Nach dem Song behauptete Sänger Mikael, Opeth seien eine Death Metal Band. Den Worten folgten schnell Taten und eine Dampfwalze riss mir fast die Klamotten vom Leibe, ich dachte: "Wat ein Scheiß, nie wieder Opeth." Es folgten ein langsamerer (aber lauter!) Groover, der sogar meine Süße zum Mitwippen bewegte und die wunderschöne Ballade "Burden", ich dachte: "CD wird angecheckt!"

Manchmal muss man Bands eben live gesehen haben!

Aber dann kam der Grund, warum ich, meine Freundin und 90 Prozent der anderen Zuschauer wirklich gekommen sind: Dream Theater! Und was soll ich sagen, die fünf Jungs haben ihren Götterstatus nur noch zementiert. LaBrie überzeugte wie gewohnt mit exzellenten Gesang und tuntigem Posing, Myung poste für seine Verhältnisse wie Sau, Rudess schoss mit Zauberhut (inklusive Türkeimotiv!) den Vogel ab, Portnoy fing diesmal sogar zwei Drumsticks wieder auf und Petrucci zeigte allen mal wieder, das er einfach den längsten hat. Setlist war super, für jeden war etwas dabei, am meisten freuten mich natürlich die Songs vom neuesten Album "Black Clouds & Silver Linings". Es war einfach geil!

Kommen wir noch zu einigen Auszeichnung:
Hässlichste Haare: Gitarrist von Opeth
Schönste Haare: Drummer von Opeth
Bestes Posing: Bassist von Bigelf
Schlechtestes Posing: Sängerin von Unexpect
Das meiste THC auf der Bühne: Bigelf
Das meiste stille Wasser auf der Bühne: Opeth
Coolster Wikinger: John Petrucci von Dream Theater
Schönste Frau im Raum: Meine Freundin

Hingsehen: Schon GEZahlt?

Ich weiß ja nicht, ob es mein subjektiver Eindruck ist, ob der Spot überhaupt neu ist, aber momentan habe ich das Gefühl, dass die GEZ in nahezu jeder Werbeunterbrechung ihren Image-Trailer geschaltet hat. Dort erzählen junge, coole Menschen, dass es natürlich total töfte ist, die Rundfunkgebühren zu zahlen. Diese Werbung nervt mich.

Dazu muss ich noch sagen: Ich bin durchaus ein Freund des dualen Rundfunksystems und denke auch, dass wir öffentlich-rechtliche Sender weiter brauchen. Allerdings finde ich, dass sich in den nächsten Jahren noch einiges ändern muss, um wirklich dem Sendeauftrag, wie er ihm Rundfunkstaatsvertrag festgehalten ist, erfüllen zu können. Keine Me-Too-Sendungen mehr, weniger Volksmusik, mehr Inhalte, schön aufgemacht auch gerne für meine Zielgruppe. Kurzum, vieles ist wirklich im Argen in ARD und ZDF.

Und dann kommt die GEZ (oder das Rundfunkgebührenmarketing, keine Ahnung wer wirklich Initiator war) und wirft einiges an Kohle für diesen Spot raus (ich will nicht wissen, was die Buchungszeiten allein kosten), in dem so getan wird, als wäre alles schon gut, genauso wie es ist. Allgemein ein großes Problem der Rundfunkanstalten, denn wenn ein Großteil der Bevölkerung unzufrieden ist, scheint ja wirklich irgendwo der Wurm drin zu sein.

Diese Werbung ist kontraproduktiv und sollte sofort verbannt werden. Bitte das Geld benutzen, um gutes Programm zu machen. Danke.

Hingsehen: Das Supertalent

Mir war schlecht. Ich fühlte mich so, als sei soeben sämtliches menschliches Elend an mir vorbeigezogen. Widerlich, ekelerregend. Ich hielt mir Augen und Ohren zu. Und da lief "Das Supertalent" erst eine halbe Stunde.

Da war zum Beispiel der ältere Herr, der zwar nicht ganz helle, aber eigentlich ganz nett wirkt. Problem: Er behauptete singen zu können wie Pavarotti und Michael Jackson. Konnte er natürlich nicht. Aber was soll man auch erwarten, die Begleitung hörte nur er auf seinen Ohrstöpseln, seinen Gesang verstärkte er durch einen Gitarren-Amp. Ich weiß gar nicht wer schlimmer war. Da waren die Redakteure, die als erste Sauerei den Typen auftreten ließen. Sie hätten ihm natürlich auch anbieten können, Playback und Gesang durch die Studioanlage laufen zu lassen, aber hey, so ist das ganze natürlich viel affiger.

"Affig" ist auch ein gutes Stichwort. Den solche, mehr schlecht als recht als Mensch verkleidet, stellten offensichtlich den Großteil des Publikums. Denn anstatt den armen Mann zu bemitleiden, lachten sie ihn auf solch bösartige Weise aus, dass ich mich spontan an einen dieser archetypischen Mittelalter-Mobs (die Variante, die Tomaten schmeißt) erinnert fühlte. An dieser Stelle wäre Deeskalation die Aufgabe von Jury und Moderatoren gewesen. Doch die machen munter mit, halten den Typen sogar noch auf, als er sichtlich erschüttert versucht die Bühne zu verlassen.

Das war menschlich wirklich so etwas von daneben. Vom Niveau ungefähr so, als ob Oliver Pocher einen geistig Behinderten fertigmachen würde. Ungefähr so daneben, wie von den Eltern, die ihr vierjähriges (!!!) Mädchen auf die Bühne stellen. Natürlich, weil das Kind das so wollte. Das Mädel ist natürlich herzallerliebst, genauso wie alle anderen Kinder. Was sie auf einer Bühne verloren hat? Warum auf einmal Bruce Darnell weinen muss? Ich weiß es wirklich nicht.

Zum Zeitpunkt, als ich diesen Artikel anfing, schwingen gerade vier Männer ihre Dödel, die sie in ein Entenkostüm eingepackt haben, durch die Gegend. Schlimm. Wo mir dann aber wirklich die Kotze hochkam, war als die Castingshow-typische Tränendrüsenkacke losging. Wieder ein süßes Mädchen, diesmal mit totkranker Mutter, sie singt "Over The Rainbow". Das berührt natürlich. Wird aber von der Redaktion eben aus eiskalter Berechnung ins Programm gehievt. Lässt sich halt super vermarkten. Echt zum Kotzen.

Es gibt einen großen Vorsatz, den ich mir für mein Berufen, sogar für mein ganzes Leben gemacht habe: Ich möchte immer morgens in den Spiegel schauen können. Warum ich das jetzt sage? Ganz einfach, RTL ist als potenzieller Arbeitgeber durch den gestrigen Abend für mich ausgeschieden.

Hingesehen: Respect Copyrights

Ich bin ein leidenschaftlicher Fan von amerikanisches TV-Serien und damit auch der Premiumvariante zu deren Konsum: DVD-Boxen. Denn ehrlich, Serien im Fernsehen nerven, die Werbung, die schlechten Synchros und diese Abhängigkeit von den Ausstrahlzeiten. Es gibt jedoch einen Punkt, der mich an vielen DVDs echt richtig nervt. Nach dem Einlegen kommt oft ein nicht-unterbrechbarer, fast einminütiger (und zudem noch schlecht gemachter) Einspieler der Filmwirtschafts-Initiative "Respe(c)t Copyrights" (echt hässliche Website übrigens). Botschaft: Wer DVDs kopiert, der frisst auch Kinder.

Jetzt darf man meinen Unmut nicht missverstehen: Raubkopieren (egal ob Musik oder Filme) ist scheiße und eine Nichtwürdigung der Arbeit von Menschen, die viel Energie in diese Produkte steckten. Das schlimme ist jedoch, dass der ehrliche DVD-Käufer hier als potenzieller Verbrecher stigmatisiert wird. Ich habe verdammt noch einmal für Unterhaltung gezahlt, da möchte ich nicht jedes Mal, wenn ich den DVD-Player anmache, diesen blöden Clip mit dieser nervtötenden Mucke sehen. Nicht mal verschnellern kann man ihn. Die Zielgruppe wird er sowieso nie erreichen, denn wenn ich dann die DVD rippen würde, ist es natürlich kein Problem, diesen Clip einfach auszusparen. Im Endeffekt ist also der treue Käufer der Dumme.


Danke, Filmwirtschaft.

Random Babbelei: Leave Axl Alone!

*krach*

Ich muss doch mal wieder eine Lanze für den guten Axl Rose brechen. Ich beschreibe zunächst den Fall, wie er sich vermutlich wirklich abgespielt hat (Manager Azoff hat es mittlerweile auch selbst bestätigt): Einer der 5.000.000 Menschen, der an dem (absolut gelungenen, aus unerfindlichen Gründen jedoch nicht genug beworbenen) Album "Chinese Democracy" mitarbeitete, hat während der 8.000 Jahre langen Produktionsphase zwei Samples mitgebracht, von denen er behauptete, sie seien seine. Axl fand sie gut, deswegen sind sie auf dem Album gelandet. Leider stammen beide aus Songs des Deutschen Ulrich Schnauss, daran gibt es keinen Zweifel (vertraut meinen Fanboy-Ohren). Nun ja, doof, der Schuldige ist jedoch jemand aus dem Produktionsteam und niemand der Band. Wer glaubt, dass Hyperperfektionist Axl 15 Jahre an einem Album werkelt, nur um Songs anderer Leute zu klauen, gehört von dem Rotschopf ins Bein gebissen! Es obliegt jetzt einem Gericht zu entscheiden, wer wem was zahlen muss.

Guns N' Roses sind aus irgendeinem Grund jedoch ein beliebtes Ziel für die Medien und so ging die Maschinerie los. In manchen Ländern ist es ein Thema für die Abendnachrichten und auch bei uns kassiert die Band mit Überschriften wie "Mensch Axl, alles nur geklaut?" eines ehemaligen Arbeitgebers von mir nur Häme. Und das bevor es irgendwelche konkreten Ergebnisse oder Erkentnisse gibt! Klatschpresse besteht doch wirklich nur aus heißer Luft!

Lasst doch alle meine Lieblingsband in Ruhe, sonst sehe ich bald so aus:

Hingesehen: Die Oliver Pocher Show

Okay, ich mochte Oli Pocher noch nie, weil ich ihn einfach nicht wirklich lustig finde. Ab und zu ist er recht schlagfertig und hat ein Talent Leute fertig zu machen, allerdings kackt er so ziemlich in allen Kategorien ab. Das weiß er auch selber und versucht vieles durch ein hohes Maß an Selbstironie und Schamlosigkeit auszugleichen. Langweilig. Es wäre also ein Leichtes für mich gewesen, seine neue Latenight-Show scheiße zu finden. Trotzdem gab ich ihm eine faire Chance und versuchte möglichst neutral ranzugehen.

Was soll ich sagen? Wesentlich schlechter als Harald Schmidt war Pocher auch nicht. Allerdings ist es auch so, ob ich in jetzt in einen Hundehaufen oder in einen Kuhfladen trete:In beiden Fällen klebt Scheiße an meinem Schuh. Pocher sah mit seinem schicken Anzug und Krawatte (Das Jackett macht man im Stehen zu, Depp!) sogar wie eine jüngere Inkarnation von seinem ehemaligen ARD-Kollegen aus. Das wird auch noch eine Weile so blieben, da Pocher offensichtlich in der Präpubertät stecken geblieben ist und nie Bartwuchs entwickeln wird.

Das Konzept ist eigentlich das Gleiche, nur das Pocher sich noch schneller als Schmidt auf Einspielfilmchen verlassen musste. Da gab es dann sogar nen ganz netten Clip zum Wahlausgang mit Biene Merkel und Westerwilli. Doof nur, dass dieses Bild von der "Welt Kompakt" geklaut worden war. Eigenproduktionen wie die SPD "Schlechteste Partei Deutschlands" zu nennen, verleiteteten dann sogar noch mehr zum Fremdschämen. Das es überhaupt Lacher gab, war mir unerklärlich. Wahrscheinlich musste ein armer Praktikant an den passenden Stellen blankziehen.

Ziemlich arm war dann auch das Interview mit Stargast Shakira (über das Gespräch mit Johannes B. Kerner hüllen wir mal wohlwollend den Mantel des Schweigens), bei dem Pocher nur schwer seine Erektion verbergen konnte. Okay, seinen bisherigen Beziehungen nach, steht er ja auch auf Blondinen mit einem gewissen billigen Touch.

Es ist einfach schrecklich, deutsche TV-Comedians scheinen etwas nicht zu verstehen: Zum lustig sein gehört Einsatz! Schmidt, Pocher und wie sie alle heißen bauen immer viel zu lange Gags auf, die dann einfach keinen entsprechenden Payoff bieten. Noch einmal muss ich in diesem Zusammenhang auf Jon Stewart hinweisen, der es einfach soooo viel besser kann:

The Daily Show With Jon StewartMon - Thurs 11p / 10c
Glenn Beck's Operation
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political HumorRon Paul Interview


Foto: (c) Sat.1

Random Babbelei: Playstation3-Werbung scheidet die Geister (2)

Tja, diesmal gibt es gleich zwei Blöde, die dafür verantwortlich sind, dass eine Falschmeldung verbreitet wurde. Einerseits die Werbeagentur BBDO Chile, die einfach ohne Wissen von Sony eine kontroverse Fake-Kampagne erstellt hat, um damit bei diversen Preisen abstauben zu können. Andererseits Blogger (mir inkl.), die eine solche Meldung ohne handfeste Beweise weitersenden.

Mensch, auf das Internet ist einfach kein Verlass mehr ;-)

Hier noch das Statement von BBDO:

This creative design did not involve and was never approved by Sony Computer Entertainment or Sony. This "mock campaign" was developed by BBDO Chile staff and was submitted to various creative competitions/festivals without prior notification or approval from SCE/Sony, and it is not representative of the views or advertising policies of SCE/Sony. BBDO Chile apologizes for using this creative concept without authorization or prior approval, and for its misrepresentation of the PlayStation brand and its values.

Random Babbelei: Ein perfekter Moment

Okay, jetzt wird es richtig random:

Gestern war ich mit einem guten Freund was essen. Auf dem Heimweg musste ich feststellen, dass ich gerade ein metaphysisches Erlebnis hatte, ich lebte einen perfekten Moment. Der Wein war bestimmt nicht ganz unschuldig, aber als ich aus der Bahn ausstieg und die letzten Meter zur Haustür durch die laue Herbstnacht schritt, erfasste mich eine unglaubliche Euphorie.

Ich wusste, dass das Leben nicht so scheiße ist, wie viele behaupteten. Beruflich stellen sich bei mir gerade einige wichtige Weichen, anscheinend kann ich wirklich etwas. Noch wichtiger: Es gibt viele liebe Menschen, die mich wirklich mögen. Also scheine ich auch ein ganz cooler Bursche zu sein. Und am wichtigsten: Zuhause wartet immer die Frau, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen will (und es ist schön, wenn man sich so etwas nicht einreden muss).

Yep, mein Karma ist unglaublich gut. Sorry Buddha, dieses Lebens schaffe ich den Ausbruch aus dem ewigen Lebenskreislauf noch nicht, aber das musst du mir auch gönnen. Bei meiner nächsten Reinkarnation vielleicht :-).

Random Babbelei: Koshi + Slash = Killer!

Stellt euch einfach mal vor, wie manche Frauen auf die Nachricht diese Woche reagiert haben, dass Robbie Williams wieder mit Take That Songs aufnimmt. In etwa so muss ich trotz meines Daseins als heterosexueller Mann ausgesehen haben, als ich dieses Foto gesehen habe. Koshi Inaba und Slash! Und sie machen auch noch Musik zusammen?

Wer ergänzende Worte braucht: Koshi ist Sänger der japanischen Band B'z, die zu meiner absoluten Top 5 gehören. Unglaublich erfolgreich in Asien, kennt sie hierzulande kein Schwein. Es gibt eigentlich keine größere Ungerechtigkeit auf der Welt. Slash wiederum war früher Gitarrist von Guns N' Roses, was allein für einen gottesgleichen Status ausreicht. Seitdem hat er es sich mit den halbgaren Velvet Revolver-Platten zwar etwas bei mir verscherzt, aber mit Kandidaten wie Ozzy, Meat Loaf oder Flea scheint seine nächstes Jahr erscheinende Platte ein multipler musikalischer Orgasmus zu werden. Und jetzt eben auch noch Koshi...

Erscheinen wird das ganze übrigens wahrscheinlich im Februar 2010. Die Single wird japanexklusiv im November auf dem Markt aufschlagen, aber irgendwie werde ich schon meine Finger dran bekommen!

Noch besser: B'z gehen nächstes Jahr auf Tour. In Japan. Wer ist aber eventuell dann auch dort? Richtig: Der Tsuji!

Und jetzt entschuldigt mich, ich muss noch eine Weile vor dem Monitor niederknien.

[via offthelock.com]

Wer noch einen Beweis zur Größe von B'z braucht:



Random Babbelei: Playstation3-Werbung scheidet die Geister

Ich bin ja durchaus ein PS3-Fanboy (Tod der Xbox!), ich verstehe diese Anzeige aus Südamerika trotz dessen nicht.
Was sehen wir denn? In einem ziemlich altmodisch wirkenden Krankenhaus überwachen zwei Krankenschwestern aus einem Marylin-Manson-Video eine Blutranfusion zwischen einem Gamer und einem Nazi-General. Der Nazi ist wahrscheinlich (die Wüsenuniform lässt drauf schließen) Erwin Rommel, der gemeinhin als einer der "besseren" seiner Zunft angesehen wird. Für eine Führungskraft im Dritten Reich hat er sich ja wohl ganz anständig benommen.

Trotzdem vermute ich, dass viele Leute das a) nicht erkennen und b) die Aussage der Werbung nicht verstehen werden. Ich check's nämlich selber nicht...

[via engagdet.com]

UPDATE:
Auf Anregung von Lesern habe ich die Headline geändert, um Sony keine Sympathien mit Nazis zu unterstellen, denn die gibt es natürlich nicht. Skandalträchtig finde ich die Werbung übrigens keineswegs. Unter künstlerischen und handwerklichen Gesichtspunkten finde ich sie sogar sehr gelungen, die Botschaft scheint mir nur etwas verkopft.

Random Babbelei: Politik in des Tsujis Mikrokosmos

Jetzt wird es doch einmal politisch hier, denn irgendwie hat mich das Wahlergebnis doch echt getroffen, weil es so konträr zu meiner eigenen Stimme ging. Ich stehe ja auch nicht alleine da, die gute Nina denkt sogar schon ans Auswandern. Kurz zu aktuellen Themen aus meiner Sicht:


Wirtschaft:
Viele Leute mögen aufatmen, die Krise ist ja schließlich vorbei und diese kryptischen Wirtschaftszahlen, von denen niemand weiß, was sie bedeuten und wo sie herkommen, steigen wieder. Allerdings gibt es auch Vorhersagen, dass uns die Effekte der Krise erst nächstes Jahr mit voller Wucht treffen werden. Ich denke auch, dass die Arbeitslosigkeit steigen wird, nicht alle Kurzarbeiter werden wieder in ihr ursprüngliches Arbeitsverhältnis wechseln können. Und in so einer Phase fallen dann gestern bei der Elefantenrunde Stichworte wie "Steuersenkungen", weil sie so schön klingen. Verdammte Axt, für antizyklische Wirtschaftspolitik ist es langsam zu spät, ich kann mit den derzeitigen Steuern gut leben, fangt nur was Ordentliches an mit der Kohle!

Soziales:
Zum Beispiel die Schulen sollte man fördern. Erst neulich habe ich in der Zeit gelesen und auch aus meinem eigenen Umfeld gehört, unter welchen katastrophalen Bedingungen Lehrer arbeiten müssen. Unser Bildungssystem muss modernisiert werden und damit meine ich keine grundsätzlichen Strukturdebatten, ob das 12-Jahre-Abi nun toll ist oder nicht. Zunächst muss diese furchtbare Amtsstruktur angegangen werden, die furchtbar lange Dienstwege erfordert und zig Freigaben, bis einmal Mittel locker gemacht werden. Eine Schule ist im Endeffekt eine Serviceeinrichtung (Dienstleistung Bildung), als solche sollte sie auch organisiert werden.

Mediengedöns:
Und um doch noch einmal auf das Thema Medien und damit das Sujet dieses Blogs zurückzukommen: Ich konnte sie wegen ihrer thematischen Beschränkheit nicht wählen, aber sympathisiere trotzdem mit der Piratenpartei. Das Internet ist nun einmal ein großer Teil meines täglichen Lebens, es schwirren viele Daten von mir herum und ich nutze viele Anwendungen, von denen ich hoffe, dass sie nicht illegal sind (von Tauschbörsen und solchem Schnickschnack lasse ich als überzeugter CD-/DVD-Sammler aber die Finger). Deswegen will ich sinnvolle Gesetze, die das Online- genauso gut regeln wie das Offline-Leben.

Und für alle, die es immer noch nicht verstanden haben: Videospiele, in denen auch mal geballtert wird und auch mal Blut fließt, machen keinen normaldenkenden Menschen aggressiv. Wie das bei Verrückten ist, weiß ich leider nicht. aber auch da wird das nur ein Faktor unter vielen sein. Der Knacks im Kopf entsteht anders. Also liebe Regierung, hört doch bitte auf eine spannende und innovative Kunstform wie Spiele zu bekämpfen und kümmert lieber darum, die wirkliche Ursache zu finden.

Fazit:
Ich glaube, ich habe den Grund meiner Frustration über die Wahl gefunden. Die Regierungsparteien werden garantiert keinen meiner Wünsche erhören...
UPDATE:
Grad lese ich noch auf SPON: Die FDP drängt auf ihre Steuersenkungen, Finanzexperte Solms hält das für "finanzierbar". Alter, ihr sollt nicht die Steuersenkungen finanzieren, sondern mit den Steuern etwas Sinnvolles finanzieren!

Random Babbelei: Den Tsuji nervt das Wahlergebnis

Mehr sag ich aber nicht dazu, schließlich ist das ist kein poltischer Blog. Hier geht es um den Schwachsinn in den Medien! Hm...

Vielleicht sollte ich doch Politik ins Portfolio aufnehmen.

Random Babbelei: Chapeau Rammstein!

Mittlerweile haben es wohl alle mitbekommen: Im neuen Rammstein-Video "Pussy" gibt es Sexszenen. Und wir reden hier nicht von GZSZ-Geschmuse, sondern von einem richtigen Hardcore-Porno mit allem drum und dran, von vorne bis (/und) hinten, Hauptdarsteller sind neben professionellen Genredarstellerinnen die Band selbst. Das ganze ist so krass, dass man es sich nur auf einer Pornoseite (Link nur auf eigene Gefahr anklicken) anschauen kann. Ein handfester Skandal natürlich, das Geschrei ist groß, die Aufmerksamkeit auch (mehrere Millionen haben sich das Video schon angesehen). Doch alles was ich sagen kann: Respekt für die Band.

Warum ich das Video nicht als schlimm empfinde? Nun, wir haben es hier offensichtlich mit einem Glanzstück der PR zu tun, meinem eigenen Berufsfeld. Rammstein, die für mich langsam ein wenig Weg vom Fenster waren. Mehr als aufgewärmte olle Kamellen gab's da nicht mehr. Und jetzt mit einem Schlag sind sie wieder in den Fokus der Medien gerückt, obwohl es eigentlich keinen Skandal gibt.

Schaut man sich mit halbwegs wachen Augen das Video an und lässt sich nicht von all den primären und sekundären Geschlechtsteilen ablenken, fällt einem schnell auf, dass manche Szenen merkwürdig gefilmt sind. So sieht man selten die Gesichter der Bandmitglieder und den sexuellen Akt gleichzeitig im Bild und wenn, dann nur ganz kurz und aus einem Frontalwinkel. Außerdem wirkt insbesondere bei Sänger Till der Körperbau doch etwas zu muskulös (ganz davon abgesehen, dass Keyboarder Flake hier Titten hat). Was sagt uns das? Natürlich hatte keiner der Burschen Sex mit einer der Pornodarstellerinnen, so krass drauf sind die alle nun auch wieder nicht. Hier hat natürlich Freund Computer nachgeholfen. Wie gesagt, kein wirklicher Skandal also, denn Hardcore-Szenen haben schon viele andere Bands in ihren Videos benutzt.

Hört man sich dann noch den Text an, wird Rammsteins wahre Intention klar. Sie kritisieren Deutschlands angebliche Offenheit mit Sex, die sich dadurch ausdrückt, dass wir immer und überall in der Glotze nackte Menschen anglotzen können. Darin liegt aber das Problem, anstatt einfach mal rauszugehen und jemanden kennenzulernen, denn dafür wäre er viel zu verklemmt, schaut sich der deutsche Mann viel lieber Pornos im Internet an oder fährt in den Puff. Rammstein halten mal wieder der Gesellschaft den Spiegel vor und fast keiner versteht es. Allein das zeigt, dass auch ihre oft plakativen Provokationen ihre Daseinsberechtigung haben.

Hingesehen: Harald Schmidt


Konzept:
"Jede Show [beginnt] mit Schmidts 5- bis 10-minütigem Monolog, einem Stand-Up-Teil, worin er in zynischer Manier auf Hintergründe zum aktuellen Tagesgeschehen einging. [...] Nach exklusiver Ansage seiner Band [nimmt] Schmidt an seinem Schreibtisch Platz und moderierte von dort aus weiter. Bis zum Talk mit geladenen Gästen im letzten Drittel der Show [sorgt] der Mittelteil mit diversen Einspielern, Show-Einlagen und Studio-Aktionen für bunte Abwechslung."
Wikipedia über die "Harald Schmidt Show", die bis 2003 auf Sat.1 lief

Was war gut?
Wie man also sieht, Dirty Harry ist back to the roots gegangen. Muss ja nicht schlecht sein, schließlich gab es zu Sat.1-Zeiten unzählige geniale Sendungen. Anstatt großer Innovationen ist es, besonders nach dem Debakel mit Oli Pocher (wird demnächst mit seiner eigenen Latenight-Show untergehen), vielleicht der richtige Weg sich wieder auf alte Stärken zu besinnen. Zu alledem kam es hinter den Kulissen zu allerlei Neu- und Wiederbesetzungen. Beispielsweise ist Ralf Kabelka wieder als Redaktionsleiter an Bord, den viele noch in seiner Rolle als fiktiver Wahlkandidat Dr. Udo Brömme kennen. Und das lange bevor Hape Kerkeling überhaupt auf die Idee kam "Schatzelein" zu sagen. Als Korrespondentin ist auch Katrin Bauerfeind (ehemalige Ehrensenf-Moderatorien) am Start, was mehr als vielversprechend ist.

Was war schlecht?
Weder die neuen, noch die neuen alten Impulse scheinen aber etwas geholfen zu haben. Schmidt wirkte die gesamte Show lang müde und so, als ob er keinen Bock habe. Über die Hälfte der Gags ging bestimmt in die Hose, aber den Meister schien das nicht weiter zu stören. Vor allem in seiner Rolle als Lothar Scholl-Latur (fiktiver Revoluzzer-Bruder von Peter) gelang es ihm weder zynische Spitzen zu setzen, noch einen platten Lacher zu provozieren. Wenn der Moderator es noch nicht einmal versucht, wie soll dabei eine unterhaltsame Sendung entstehen?

Ergo?
Wenn man lustige, medienkritische Untersuchung sehen will, sollte man sich weiter an Jon Stewart halten. Im deutschen Fernsehen scheint es so etwas nicht mehr zu geben.

Foto: (c) ARD/Klaus Görgen

Zugehört: Heavy Metal Mania (295-291)

Platz 295: Dimmu Borgir - Enthrone Darkness Triumphant
In meiner Zeit als Musikkritiker sind mir die lustigen norwegischen Pandabären von Dimmu Borgir schon des Öfteren untergekommen. Ein ums andere Mal musste ich feststellen: Black Metal ist einfach nicht meine Baustelle. Wahrscheinlich bibeltreue Christen, die ob der CD-Absätze so tun als seien sie die Obersatanisten, sinnloses Schlagzeuggedresche und das seltsame Krächzen des Sängers Shagrath (ach ja, blöde Künstlernamen haben die auch noch) haben mich nie angesprochen. Umso überraschter war ich, als sich dieses zweite Album der Jungs als kompetente Ohrwurmmaschine mit so ziemlich allem, was ein Metalalbum braucht, entpuppte. Meine Freundin leidet, mir gefällt's.

Platz 294: Stratovarius - Visions
Die Finnen von Stratovarius sind so etwas wie die Britney Spears des Metals, waren sie doch Stammgast in der (skandinavischen) Boulevardpresse. Und das nicht wegen ihrer Musik, sondern wegen der Kapriolen ihrer Mitglieder. Besonders Gitarrist Timo Tolkki hat diverse lustige Aktionen gebracht, die hier den Rahmen sprengen würden. Immerhin hat er es mittlerweile geschafft, sich selbst aus einer Band zu kicken, in der er der Chef war. Respekt. Um aber auf das Thema zurück zu kommen (nämlich Musik): Stratovarius machen fröhliche Singalong-Musik mit sinnfreien Texten und einem mäßig guten Sänger. Da sind ein, zwei Lieder dabei, die hängen bleiben, der Rest doublebasst sich dann etwas unscheinbar durch die Landschaft. Geht in Ordnung.

Platz 293: Lillian Axe - Love + War
Warum manche Bands den ihnen zustehenden Durchbruch nie geschafft haben, ist manchma einfach nicht nachzuvollziehen. Beispiel Lillian Axe, die wirklich alles hatten, was man für einen kometenhaften Aufstieg in den Achtzigern gebraucht hat: Ca. 10 Hektoliter Haarspray in der Frise, albernes Gepose und tuntige Klamotten. Aber mehr noch, sie konnten sogar richtig gute Rocksongs schreiben! Auch durch das doch sehr geschmackvolle Cover hat es "Love + War" geschafft, zu meiner meistgeliebtesten Hair Metal Scheibe zu werden.

Platz 292: Hammerfall - Glory To The Brave
Mitte der Neunziger Jahre lag traditioneller Heavy Metal ziemlich am Boden, allgemein wird es Hammerfall mit ihrem Debütalbum angerechnet, dass sich das zumindest verkaufstechnisch wieder geändert hat. Warum ist mir allerdings schleierhaft. Die Jungs in ihren Blechdosen-Outfits machen eigentlich nicht viel mehr als altbekannte Songmuster mit akzeptablen Musikern und einem unterdurchschnittlichen Sänger inkl. lustigem schwedischen Akzent zu beackern. Um es kurz zu machen: Klingen wie Stratovarius, nur schlechter.

Platz 291: Carcass - Necroticism | Descanting The Insalubrious
Erhabene Melodiebögen, ausgefeilte orchestrale Arrangements und traumhaft schöne Balladen, all das gibt es auf diesem Album NICHT. Was soll man auch von einer Band erwarten, deren Name "Kadaver" bedeutet? Stattdessen regiert knallharter Death Metal bzw. Grindcore (hab den Unterschied nie verstanden). Das ist technisch alles auf gutem Niveau und groovt auch nett vor sich hin, nur klingt für meine Ohren größtenteils alles gleich. Witzig sind allerdings die unglaublig widerwärtigen Texte (es geht eigentlich um all das, was der Bandname andeutet) und die bedeutungsschwangeren Sprechpassagen zwischen den Songs. Spooky ;-)

Bonusvideo:

Hingesehen: Granaten wie wir

Konzept:
Max Giermann, bekannt aus der ProSieben-Parodieshow "Switch Reloaded" schlüpft jede Woche in eine andere Rolle (zum Start war es Johann Lafer) und stellt sich einem Livepublikum. Jede Ausgabe sind dann auch noch ein prominenter Gast (diesmal Detlev Soost, der anscheinend irgendwo in den ProSieben-Studios wohnen muss) und ein musikalischer Act. Dazwischen werden noch jede Menge kurze Sketche gezeigt.

Was war gut?
Also erst einmal muss ich eine Lanze für den Giermann brechen: Der Typ ist einfach ein begnadeter Imitator und Comedian. Sein Timing stimmt meistens und jede Bewegung der prominenten Vorlagen weiß er perfekt zu kopieren. Bei "Switch" gehören seine Auftritte zu den ganz großen Highlights.

Was war schlecht?
Leider verfliegt die Wirkung etwas, wenn die Figuren aus dem Kontext ihrer Originalsendungen herausgenommen werden und die Imitation somit unnötig aufgebläht werden. Da schleichen sich natürlich immer mehr Wiederholungen ein. Auch das Aufeinandertreffen mit realen Gästen war eher leidlich witzig.

Ergo?
Nichtsdestotrotz: Die Sketche waren ganz lustig, Giermann ist cool, kann man sich durchaus mal wieder ansehen.

Bild: (c) ProSieben / P. Boettcher

Hingesehen: District 9

Südafrika / Neuseeland / USA 2009 | Regie: Neill Blomkamp | Darsteller: Sharlto Copley als Wikus van de Merwe, Jason Cope als Christopher Johnson, David James als Colonel Koobus Venter, Vanessa Haywood als Tania van de Merwe

Story:

Im Jahr 1982 taucht ein riesiges Raumschiff über Johannisburg (für die Unwissenden: das liegt in Südafrika, genau, Fußball-WM und so...) auf. An Bord sind jedoch nicht die üblichen Invasoren bzw. gütigen Heilsbringer, sondern arme intergalaktische Schweine (respektive Insektoiden) denen es so dreckig geht, dass sie sich von den Menschen in eine Art Konzentrationslager stecken lassen. Yep, der namensgebende District 9. Die miesen Umstände unter denen die Aliens leben und die grundsätzliche Böswilligkeit des Menschen führen schnell zu Unruhen, was der privaten Sicherheitsorganisation MNU wunderbare Argumente liefert, die so genannten "Shrimps" umzusiedeln. Dass sie dabei noch deren Waffentechnologie abgreifen können ist natürlich ein feiner Nebeneffekt.

Wikus van de Merwe wird beauftragt die Aktion zu leiten, neben einigen kleineren Komplikationen (einige Menschen und Aliens kratzen ab) läuft eigentlich alles wie geschmiert, bis er auf den cleveren Shrimp Christopher Johnson (ich hätte den Aliens witzigere Namen geben) trifft. Der braut gerade ein Gebräu zusammen, dass ihn und seinen Sohn endlich von der Erde bringen soll. Blöd nur, dass Tumpfnuss Wikus das Zeug in die Finger bekommt und sich aufgrund seiner Trotteligkeit das Zeug in die Fresse spritzt. Schnell muss er eine gar schauerliche Wirkung feststellen, er verwandelt sich in einen Alien! Damit wird er zum heißbegehrten Objekt für seinen Arbeitgeber, der ihn fortan erbarmungslos jagt. Seine einzige Rettung: Ausgerechnet die Aliens.

Was war gut?
Also ich fand, dass die Idee gut klang. Einen Apartheids-Film zu drehen, der den Rassenkonflikt zwischen Schwarzen und Weißen auf Aliens und Menschen überträgt, klang clever. Ist es anfangs auch. Alles zu Anfang in einem dokumentarischen Stil gehalten, der ein wenig an Stromberg bzw. The Office erinnert. Der trottelige Protagonist, peinliche Situationen, usw. Wunderbar fügen sich dabei die Effekte in das Geschehen ein, da sie die Szenen ergänzen anstatt zu überstrahlen.

Was war schlecht?
Die Charakterisierung der Aliens ist dabei seltsam. Warum sollte ich Mitleid mit ihnen haben, wenn alle tumbe, dreckfressende Idioten sind, die nicht fähig waren, mit überlegen Waffen die bösen Menschen zu überwältigen. Nur Christopher Johnson und sein Sohn sind sympathisch, es wird aber an keiner Stelle im Film angedeutet, dass ihre Rassengenossen mit ähnlicher Intelligenz gesegnet sind. Also ganz ehrlich, ein Volk, dass die Galaxie bereist, sollte merken, wenn sie verarscht werden.

Ja klar, das Ganze ist als Dokumentarfilm angelegt, also von den fiktiven Machern verfälscht. Trotzdem: Besonders ab der Halbzeit wird dieser Stil zumeist abgelegt, Actionkracher-Einerlei im Bourne-Wackel-Stil folgt. Ab hier geht's dann noch mehr bergab. Splattereffekte und viele Explosionen lenken völlig von der Handlung ab, Wikus nervt mit seinem Egoismus, Logikfehler reiht sich an Logikfehler. Ehrlich, wenn alle davon sprechen, hier einen "intelligenten Actionfilm" zu haben, warum ist dann das Drehbuch so blöd?

Die Botschaft gerät sowieso ins Hintertreppchen. Am Ende lässt es sich in meinen Augen so zusammenfassen: Die Aliens sind blöd, die Menschen einfach nur Wichser. Wenn ein Wichser jemand Blöden ausnutzt ist das scheiße. Die hochmoralische Botschaft gegen Rassismus muss ich wohl noch mit der Lupe suchen.

Ergo?
Regisseur Blomkamp hat versucht intelligente Handlung, Splatterfilm und Humor miteinander zu verbinden. Herausgekommen ist Film, der einen faden Geschmack wie nach einer Dose Katzenfutter hinterlässt.

Bild: (c) TriStar Pictures

Hingesehen: Die Promi-Singles

Konzept:
Drei "Traumfrauen" (so die Eigenwerbung) haben es mal wieder so richtig nötig und suchen deswegen einen Macker zur Bedürfnisbefriedung. Im Einzelnen wären die drei Grazien: Desirée Nick (angeblich so etwas wie eine Kabarettistin, hat aber erfolgreich ihre Karriere schon im Dschungelcamp ausgekotzt), Maja Prinzessin zu Hohenzollern (deutsche Adlige, also Material für die Klatschspalte der "Gala") und Sabrina Setlur (war mal ne krasse Gangster-Rapperin, hat mit ihrer Beziehung zu Boris Becker aber erfolgreich die Transformation zur Boulevardpressen-Ikone vollzogen). Zwecks Finden der männlichen Humanware werden die üblichen Castingphasen abgewickelt.

Was war gut?
Manchmal hatte ich den Eindruck, dass die Nick sich bewusst war, für was für einen Mist sie sich hingibt und die Sendung nur als Werbefläche für sich nutzt. Aber nur manchmal...

Was war schlecht?
Ich wusste nicht wer mir am meisten Leid tat. Die drei Hauptdarstellerinnen, die wohl allesamt wegen einer Mischung aus Geldgier, Publicitygeilheit und wirklicher sexueller Frustration mitmachen. Oder die männlichen Kandidaten, die ernsthaft irgendetwas an den Damen zu finden scheinen. Um diesen Stich zu landen, nehmen sie es sogar auf sich, öffentlich vor der Kamera gedemütigt zu werden.

Demnach ist dann mächtig Fremdschämen angesagt, wenn ein armer Bub die Nick mit seinen angeblichen Tantrakünsten von sich überzeugen möchte. Der Gute ist natürlich ein absoluter Nerd und darf herzlich ausgelacht werden. Genauso unangenehm ist es dann aber, wenn die Setlur bei einem Lackaffen mit Psychoblick förmlich dahinschmilzt und kurz davor ist, ihre Silikontüten auszupacken.

Ergo?
Ich weiß wer mir am meisten Leid tut: Ich, dafür dass ich mir diese Grütze reingezogen habe.

Bild: (c) Sat.1

Zugehört: Heavy Metal Mania (300-296)

Vor Jahren gab es in einer großen deutschen Musikzeitschrift eine Sonderbeilage, in der die 300 wichtigsten Rockalben gelistet waren. Meine Mission war klar: Die musste ich alle haben. Da die Sammlung mittlerweile fast komplett ist, lohnt es sich an dieser Stelle mal einen Blick auf die Platten zu werfen und zu schauen, ob sie denn wirklich so toll sind. Here we go!


Platz 300: Rammstein - Herzeleid
Es geht gleich los mit Deutschlands wohl kontroversester Band: Den linken Socken von Rammstein, die aufgrund ihres Auftretens oft in die rechte Ecke gedrängt wurden. Wer mal ein Interview mit ihnen gesehen hat, weiß, dass das alles natürlich nur hohle Behauptungen sind. Es gehört nur einfach zum Konzept der Band zu provozieren, ob das jetzt mit einem toten Fötus auf dem Cover oder einem Auftritt mit einem gigantischen, Wasser verspritzenden Plastikpenis erreicht wird. Geschmackssache, sicher, die Musik ansich, kann allerdings überzeugen, so auch auf dem Debüt "Herzeleid". Es ist zwar irgendwie goldig, wie die Texte krampfhaft versuchen gleichzeitig böse und tiefgründig zu sein (und das mit Textzeilen wie "Ich will fickeeeeen!"), aber irgendwie übt diese Mischung aus Groschenromanlyrik und brettharten Gitarrenriffs wie in "Weißes Fleisch" oder "Du riechst so gut" eine gewisse hypnotische Wirkung aus.

Platz 299: Agnostic Front - Cause For Alarm
Agnostic Front sind die Pioniere der amerikanischen Hardcore-Szene (der bösen Variante von Punk), allerdings schien es ihnen dann in den Achtzigern etwas langweilig mit diesem Sound zu werden. Jedenfalls findet sich auf "Cause For Alarm" eine mächtige Metal-Schlagseite. Das ganze poltert ganz schön grobschlächtig vor sich hin und macht durchaus Spaß. Jeden Tag muss ich das jedoch nicht hören. Richtig grenzwertig sind jedoch die Texte, von denen sich die Band später distanzierte. Ganz entgegen den Idealden der Punkszene finden sich in Zeilen, in den über Schwarze Sachen wie "You birth more kids to up your checks / So you can buy more drugs" gesagt werden, doch mehr als nur rassistische Ansätze.

Platz 298: Meat Loaf - Bat Out Of Hell
Der gute alte Hackbraten hat seine großen Klassiker nicht selbst geschrieben (das übernahm Meister Jim Steinbach), ist einer dieser widerlichen Solokünstler ohne feste Band und spielt mittlerweile auch noch Broadway-Shows! Dann diese Songs! Der Titeltrack, 10 Minuten purer Kitsch! "You Took The Words Right Of My Mouth", Frauenchöre, Glockenspiele, 5000 Keyboardspuren! Und trotzdem: Die Songs lassen einen nicht wieder los, zu perfekt sind sie arrangiert und Meat Loafs Stimme geht einfach runter wie Untertürkheimer Gewürztraminer. Auf irgendeine verquere Weise ist die ganze Sache verdammt Rock'n'Roll... Also Jungs, die Platte ist auch was für eure musicalbegeisterte Freundin!

Platz 297: At The Gates - Slaughter Of Soul
Von den hochhimmeljauchzenden Melodien des Meat Loaf
durch die feurigen Tore der Death Metal-Vorhölle von At The Gates. Ohne dieses Album der Jungs aus Schweden wäre wohl diese ganze Metalcore/Melodic Death Metal/wieauchimmer Chose von heutzutage nicht denkbar. Doch wie so oft beweist "Slaughter Of Soul", dass das Original doch immer am besten ist. Denn so brutal die knapp 40 Minuten Gekloppe auch sind, so viele Dämonen Thomas Lindberg mit seinem Gekrächze auch beschwört, so eingängig ist das Ganze. Dies ist vor allem der Verdienst des Gitarrenduos Bjorler/Larsson, die durch ihre melodischen Soli und Leads die Gehörgänge immer wieder vorm Explodieren bewahren.

Platz 296: Sodom - Agent Orange
Die Jungs um Tom Angelripper (allein der Name bürgt für Qualität) kann man mit guten Gewissen als die (Oldschool-)Metallica des Ruhrpotts bezeichnen. In Sachen Thrash Metal macht ihnen in Deutschland so schnell keiner was vor, was sie eindrucksvoll auf ihrem dritten Album "Agent Orange". Technisch nicht ganz so versiert wie die amerikanische Konkurrenz aus der Bay Area, dafür umso enthusiastischer wird sich hier durch neun pfeilschnelle Songs gemetzelt. Wer einfach mal so richtig die Rübe schütteln möchte, ist man mit Songs wie "Agent Orange" oder "Ausgebombt" richtig bedient. Nach eingängigen Hooklines oder sonstwie anspruchsvollen Passagen muss man die Ohren allerdings nicht offen halten. Von den fünf Scheiben gefiel mir diese am wenigsten.

Bonusvideo:

Hingesehen: Echt beschissener Werbespot



De Adi Klenk sprüht förmlich vor Elan und Natürlichkeit.

Hingesehen: Iron Calli

Da ist man einmal in London und schon verpasst man ein mediales Großereignis der Extraklasse. Zum Glück leben wir ja in der Post-Web2.0-Ära und ich konnte dieses erlesene Stück Fernsehkultur im Nachhinein online doch noch erleben.


Konzept

Der jute Calli machte eine überraschende Feststellung: Obwohl er ständig heiße Luft ablässt, wird er immer fetter. Genauer gesagt: 163 Kilo fett! Das bin fast dreimal ich! Auch der Calli sagt sich aufgrund dieser erschreckenden Tatsache: Das muss ein Ende haben. Mit der Hilfe eines Teams unter der Leitung des Fitness-Gurus Joey Kelly (hat früher mal in einer mäßig bekannten Straßenband gespielt) sollen die Pfunde (sechzig an der Zahl) purzeln.

Was war gut?
Es kann zwar nerven, aber irgendwie ist diese rheinische Geschwätzigkeit mit einem unglaublichen Repetoire an dummen Sprüchen und Vergleichen vom Calli doch irgendwie sympathisch. Deswegen gönnt man es dem Urgestein auch, das er gesundheitliche Erfolge feiert. Die anderen Handelnden wie der Pferdeschwanz-Kelly und seine 22 Jahre jüngere Frau sind auch ganz cool eigentlich (bis auf das die Vorstellung, dass die beiden... bäh!!!)

Was war schlecht?
So nett und lieb die Sendung auch gemacht sind, so viele ironische Kommentare sich der Off-Sprecher auch aus den Rippen leiert, "Iron Calli" hat leider ein Problem: Sie ist langweilig! Punktuell werden Momente aus dem Leben des Dicken gezeigt, deren Höhepunkte sich beschränken auf: Calli brät Würstchen, Calli schwitzt, Calli ist gut gelaunt und babbelt Quatsch. Wir alle wissen, dass er am Ende abgenommen haben wird, aber trotzdem zu dick bleibt. Spannung ist was anderes.

Ergo?
Mal ganz nett zum Reinzappen und nie wieder schauen.

Bild: (c) Vox

Als Digital Native (will sagen: hat seit frühester Kindheit tagtäglich mit Medien zu tun) bewegt sich der Tsuji heutzutage in dem Spannungsfeld aus Anspruch und akuter Verdummungsgefahr. Hier tut er seiner Meinung, über die neuesten Entwicklungen in den Leitmedien kund und versucht schrottig von töfte zu trennen.
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