Hingesehen: We are family

Liebe Bürgerliche Mitte, liebes ProSieben,


zur Zeit habe ich etwas mehr Freizeit als früher bzw. kann mir meine Arbeitszeit etwas "freier" legen. Daher komme ich dann auch in den "Luxus" am frühen Nachmittag mal die Glotze einzuschalten. Und oh Junge, was ist da eigentlich los? Skrupellose Fernsehmacher zerren entweder unglaublich aufmerksamkeitsgeile oder einfach nur dumme Menschen vor die Kamera und lassen ihre disfunktionale Familie vor der Nation zum Affen machen.

Fassen wir (ich versuche es) kurz mal zusammen, welch Spektakel sich vor meinen entzündeten Augen abspielte: Eine Mutter (Sabine) und ihre Tochter (Vanessa), Marke Rubensfrauen, haben im Urlaub zwei ägyptische Loverboys kennengelernt, in die sie sich offensichtlich unglaublich verliebt haben. Und wie das nun mal so ist mit einheimischen Männern in Urlaubsorten, die sich mit deutlich älteren oder jüngeren ausländischen Frauen einlassen, die beiden Typen meinen das natürlich total ernst... NICHT! Da sich diese Tatsache offensichtlich nicht bis zu den beiden Wuchtbrummen herumgesprochen hat, wollen sie alles in Deutschland stehen und liegen lassen (im Falle der Mutter schließt dies auch einen Ehemann ein!) um nach Ägypten auszuwandern.

Hier wäre spätenstens der Punkt gekommen, wo ich an der Stelle des Filmteams folgendes gemacht hätte: Die Mädels geschnappt und links wie rechts eine gebatscht. Und das nur um festzustellen, ob im Oberstübchen überhaupt noch jemand zuhause ist. Aber nein, die netten Menschen von ProSieben ermutigten offensichtlich die beiden Prinzessinnen und hielten munter die Linse drauf. Bitte Gott, falls es dich nun doch geben sollte, lass das alles komplett gestellt sein! Na ja, weiter im Text.

Eine Hauptprotagonistin habe ich bis jetzt noch nicht erwähnt. Jenny, die "Vernünftigte", so scheint es im ersten Moment jedenfalls. Denn Jenny ist total genervt von den Plänen der Nächstverwandten, tröstet sich mit ihrem Freund. In jenen ist sie übrigens bis über alle Ohren verliebt ("große Liebe des Lebens, blablabla"), sind sie doch auch schon drei Wochen zusammen. Diese unbeschreibliche Romanze hat jedoch zunächst ein jehes Ende, als der Typ sich erdreistet in aller Öffentlichkeit einer anderen Frau auf den Arsch zu gucken. NEIN! SKANDAL! WIEKANNERNURDIESESCHAUVINISTISCHESARSCHLOCH! Das Adjektiv "vernünftig" lässt sich also auch nicht in jeder Hinsicht auf Jenny anwenden, in der Realität des Lebens ist sie wohl noch nicht angekommen. Immerhin checkt sie die Verarsche mit den Ägyptern, rettet sie aber auch nicht davor, mit in den Urlaub gezerrt zu werden.

Folgendes Highlight: Treudoofer Ehemann bringt seine Familie zum Flughafen und bekommt dann den Dampfhammer in die Fresse: "Ich habe jemanden in Ägypten kennengelernt." UND DIE KAMERA HÄLT DRAUF! Ach du scheiße, wie assi ist das denn?! Erst dachte ich daran mir mit einem schweren Gegenstand ins Gesicht zu schlagen, habe mich allerdings dazu entschieden, die Kraft dahingehend zu investieren, einem der Protagonisten eine zu schmieren, sollte ich ihnen doch einmal begegnen.

In Ägypten angekommen werden die Strandboys dann überrascht (war bestimmt nicht einfach mit den Kameras im Raum) und das unappettliche Reigen geht in die nächste Runde. Zum Glück hatte ich schon gegessen, als Vanessa und ihr Macker anfingen zu knutschen (Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber meiner Meinung nach befindet sich beim Küssen die Zunge entweder im einen oder anderen Mund, aber nicht zum Großteil AUSSEN!). Und dann die unfassbare Wendung: Die Boys haben erst einmal keinen Bock mehr auf ihre Tussis und schmeißen sie aus ihrem Laden. Welchen Grund das nur haben könnte?

Um's kurz zu machen: Der Typ von der Mutter verarscht sie natürlich, will nur ihre Kohle haben. Die Vanessa beschließt trotzdem ihren Macker zu fragen, ob sie nicht vielleicht heiraten könnten. Töfte Sache, kennen sich ja schon vier Wochen... Die "vernünftige" Jenny hat nichts besseres zu tun, als ihr bei der Auswahl der Ringe zu helfen. Natürlich sagt der Gute dann aber *trommelwirbel* "nein". Wer hätte es gedacht...?

Also Bürgerliche Mitte, was ich dir sagen möchte: Hört auf diese unglaubliche, jenseitsmäßige Scheiße zu gucken und hört vor allem auf bei diesem Mist mitzumachen! Liebes ProSieben, du bist menschlich echt ganz unten. Würden bei dir nicht Simpsons und Stromberg kommen, ich wüsste gar nicht, warum ich dich einschalten sollte.

Freundlich grüßt euch,
der Tsuji

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Als Digital Native (will sagen: hat seit frühester Kindheit tagtäglich mit Medien zu tun) bewegt sich der Tsuji heutzutage in dem Spannungsfeld aus Anspruch und akuter Verdummungsgefahr. Hier tut er seiner Meinung, über die neuesten Entwicklungen in den Leitmedien kund und versucht schrottig von töfte zu trennen.
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