Random Babbelei: Es kommt Bewegung in die ARD...

Der Eurovision Song Contest ödet mich ja eigentlich schon seit Jahren an, mit seiner Mischung aus angeblichen Ostverschwörungen, gruseliger Mallorca-Bummsmucke und Thomas Herrmans. Diese Nachricht finde ich trotzdem spannend:

"Jetzt also doch: Stefan Raab soll dem schwächelnden Eurovision Song Contest im kommenden Jahr auf die Sprünge helfen und der ARD bei der Suche nach einem deutschen Teilnehmer helfen."
[via Spiegel Online]

Das ist doch mal eine kleine Sensation: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sieht ein, dass ihm die nötigen Kompetenzen fehlen, um so ein Event zu stemmen. Warum also nicht mit Stefan Raab und damit dem Privatfernsehen zusammenarbeiten? Mit der Konkurrenzveranstaltung Bundesvision Song Contest hat ProSieben ja schließlich gezeigt, das auch qualitativ hochwertige Musik in allen Klangfarben einen Platz im Fernsehen hat. Sieht doch mal nach einem Fall aus, in dem wirklich die oft beschworenen "Synergien" entstehen könnten.

Könnte doch ein Modell für die Zukunft sein: Die ARD unterstützt die Privaten bei der Erstellung von erträglichen Unterhaltungsprogramm und kann sich so mehr auf die eigenen Stärken besinnen. Dies widerspricht in keinster Weise dem eigentlichen Programmauftrag, denn Unterhaltung steht genauso wie die Versorgung aller Bevölkerungsschichten (also auch der Unterschicht!) im Rundfunkstaatsvertrag.

Wie man es richtig macht, zeigt auch derzeit der SWR. Intendant Peter Boudgoust hat jüngst in einer Pressemeldung versprochen, den Sender strategisch neu auszurichten und somit alle Zielgruppen zu erreichen. Auch hier gibt es erste Erfolge. Erstaunlich wie effektiv ein einfaches Konzept wie "Die Welt auf Schwäbisch" sein kann: Sie erreicht eine breite Zielgruppe, ist unterhaltsam wie clever und erfüllt sogar die Regionalitätsansprüche aus dem SWR-Staatsvertrag. Wenn jetzt noch gesellschaftlich relevante Formate für uns Digital Natives entwickelt werden, lohnt es sich auch wieder Gebühr zu zahlen.

Bild: (c) Dirk Krüll / Laif

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